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Raus aus fossilem Gas mit REPowerEU?

Energiekrise mit heimischen Holzressourcen überwinden

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine und die drastisch gestiegenen Energiepreise stellen die europäische Energieversorgungssicherheit vor nie dagewesene Herausforderungen. Mit dem Plan REPowerEU will die EU-Kommission die Nachfrage nach russischem Gas vor Ende des Jahres um zwei Drittel verringern und sich bis 2030 deutlich unabhängiger von fossilen Brenn- stoffen machen. Damit bietet sich der EU eine Riesenchance, die hausgemachte Energiekrise zu überwinden und die Energiewende mit voller Kraft umzusetzen. Zu befürchten ist jedoch, dass diese Chance vertan wird und stattdessen bestehende Löcher nur provisorisch gestopft werden.

Als Ersatz für russisches Erdgas möchte die EU nämlich in erster Linie verflüssigtes Erdgas (LNG) aus neuen Liefergebieten wie Katar, den USA oder Westafrika importieren. Diese Umlenkung der Importe würde die fossilen Abhängigkeiten lediglich in andere Regionen hin zu noch um- weltschädlicherem Fracking-Gas verschieben. Für Österreich als Binnenland ist der Umstieg auf LNG zudem besonders schwierig und mit gewaltigen Investitionen in die Infrastruktur verbunden, die weit bis in die 2030er-Jahre andauern würden.

Nur einen kleinen Absatz widmet REPowerEU dem Ausbau der Produktion von Biomethan. Völlig außer Acht lässt die EU-Kommission die gewaltigen Potenziale der Holzenergie. Infolge der nachhaltigen Waldbewirtschaftung sind die Holzvorräte der EU in den letzten 30 Jahren um mehr als 8 Milliarden Kubikmeter angewachsen, das ist mehr als der Waldbestand Österreichs, Deutschlands und Frankreichs zusammen. Die Nutzungsrückstände in unseren Wäldern bieten genügend Potenziale, um mit Nebenprodukten aus Forst- und Holzwirtschaft fossiles Erdgas in der Raumwärme, Fernwärme, Stromerzeugung und der Industrie in großen Mengen zu ersetzen.

Das Energiepaket der Bundesregierung fokussiert auf Entlastungen von Wirtschaft und Bevölkerung für fossile Energieträger und steht damit im Widerspruch zu einer ökologischen Steuerreform. Damit bremst es den Umstieg auf erneuerbare Energieträger.

Ob REPowerEU die richtigen Schwerpunkte setzt und welche Hebel wir in Österreich bewegen müssen, um uns aus der Abhängigkeit von russischem Erdgas zu befreien, diskutieren ExpertInnen aus Politik, Ministerien, Forstwirtschaft und dem Energiesektor am 2. Juni. 

Wir freuen uns darauf, Sie in der Urania/Wien begrüßen zu dürfen. Alle weiteren Informationen finden Sie auf dieser Website. 

Ihr Team des Österreichischen Biomasse-Verbandes

Datum

02.06.2022,
12:30 bis 16:30 Uhr
Einlass: 12:30 Uhr

Ort

Dachsaal Urania/Wien
Uraniastraße 1
1010 Wien
Österreich

Veranstalter

Österreichischer Biomasse-Verband
Franz Josefs-Kai 13/4
1010 Wien
Tel.: +43-1-533 07 97
office@biomasseverband.at

Preise
48,00 € Tagungsbeitrag inkl. Verpflegung. Studierende und Schüler: 18,00 €. Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt.